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KLEINE GERMANEN
09|05|2019,
kleine germanen macht in einer ungewöhnlichen verbindung aus dokumentar- und animationsfilm auf ein kaum aufgearbeitetes problem unserer gesellschaft aufmerksam, das mit blick auf die rechten gewaltausschreitungen der letzten zeit aktueller denn je ist: kinder, die in einem demokratiefeindlichen umfeld aufwachsen und nach dogmatischen prinzipien rechtsextremer ideologie erzogen werden.

der dokumentarfilm blickt aber auch über die traditionellen strukturen rechtsextremer gruppierungen hinaus in einen teil unserer mittelstandsgesellschaft, der immer stärker von rechtspopulistischen strömungen geprägt ist – und konfrontiert den betrachter mit protagonisten, die ihre kinder im geist einer demokratiefeindlichen welt erziehen. die animationsgeschichte zieht sich als „roter faden“ durch den film und erzählt das tragische leben der persönlich betroffenen elsa nach: als kind hat sie mit dem geliebten opa soldat gespielt. mit ausgestrecktem rechten arm hat sie „für führer, volk und vaterland!“ gerufen und war ganz stolz darauf. heute blickt sie auf eine kindheit zurück, die auf hass und lügen gebaut war und versucht zu verstehen, was diese erziehung aus ihr und ihren eigenen kindern gemacht hat.


kinostart deutschland: 09. mai 2019
kinostart österreich: 30. mai 2019
FURTHER INFORMATION
www.facebook.com
www.littledream-entertainment.com

 

Dokumentation und Animation –
Über die Entstehung von KLEINE GERMANEN



Die wahre Geschichte hinter dem Film

Ein grundlegendes Problem – welches schon vor Beginn der Produktion zu bewältigen war – bestand darin, dass Aussteiger aus der rechten Szene aus Gründen der persönlichen Sicherheit nicht gefilmt werden wollten. Bei der tragischen Geschichte der im Film als Elsa bezeichneten persönlich betroffenen Protagonistin wird daher zum Stilmittel der Animationssequenzen gegriffen. Der Film nutzt die Vorteile der Animationen, die Aussteigerin – die zu ihrer Sicherheit anonym bleiben muss – zu verfremden und kann doch gleichzeitig für ihre Geschichte und Erinnerungen Bilder finden. Mohammad Farokhmanesh erklärt weiter: „Wir haben das Mittel der Animation gewählt, das wir auch schon früher in anderen Filmen wie „Teheran Tabu“ angewendet haben. Denn darüber lässt sich eine Geschichte emotional erzählen.“

Die Repräsentation der Experten im Film

Regisseur Mohammad Farokhmanesh erläutert zudem, dass die Entscheidung, keinen der Experten, die im Film zu Wort kommen, zu zeigen, primär zum Ziel hatte, die Sicherheit der einzelnen Menschen gewährleisten zu können. Aus diesem Grund sind die beigesteuerten Zusatzinformationen der Experten ausschließlich aus dem Off zu hören. Zwar waren einige der Experten damit einverstanden, gefilmt zu werden, doch um die Kontinuität zu wahren und um den Film einheitlich zu gestalten, wurde ausschließlich die Variante mit den Off-Kommentaren eingesetzt. Ein Wechsel hingegen hätte ggf. zu einem Bruch im Filmerlebnis geführt. Visuell ist der Film daher in die Interviews mit den Interviewpartnern aus der rechten Szene und demgegenüber den Animationssequenzen der Geschichte von Elsa gegliedert.

Die Animationssequenzen

Die Optik von Animationsfilmen ist eine Kunst für sich, die sich wandelt und es auch immer wieder schafft, sich neu zu erfinden. Filmliebhaber erkennen in der speziellen Animationsart von KLEINE GERMANEN eine gewisse Ähnlichkeit zu Filmen wie „Waking Life“ (2001) und „Waltz with Bashir“ (2008). Dieser Vergleich ist gar nicht so abwegig, da auch im Fall von „Waking Life“ (2001) als Grundlage der Animationssequenzen real gefilmte Szenen verwendet wurden. Regisseur Mohammad Farokhmanesh erklärt diesen filmischen Kniff folgendermaßen: „Im Prinzip handelt es sich hier um eine 3D-Animation. Wir haben mit Motion Capturing gearbeitet. Das heißt: Schauspieler, die spezielle Anzüge trugen, haben die Bewegungen gespielt, und das wurde dann aufgezeichnet.“ Die Aufnahmen werden anschließend bearbeitet und zu den Animationen, die im Film zu sehen sind. Der Hauptverantwortliche für diese Animationsarbeiten, Peer Pöpperling, arbeitete zuvor schon an Projekten wie „Babylon Berlin” und „Drachenfels” mit.

Die Regisseure

Mit Animationsfilmen haben sowohl Frank Geiger als auch Mohammad Farokhmanesh bereits in der Vergangenheit Erfahrung gesammelt. Schon beim Animationsfilm „Teheran Tabu“, der 2017 seine Premiere auf dem Filmfest in Cannes feierte, arbeiteten die beiden Filmemacher zusammen. Auch als Produzententeam betreuten Farokhmanesh und Geiger gemeinsam Projekte wie „Die Mamba“ (2014) und „45 Minuten bis Ramallah“ (2013) sowie den politischen Dokumentarfilm „Kick in Iran“ (2010).

Die Initiative EXIT-Deutschland

Um diesem gesellschaftlich relevanten Thema einen Kontext durch Expertenstimmen zu geben und mehr über die Betroffenen und ihre Geschichten zu erfahren, arbeiteten die Filmemacher mit der Initiative EXIT-Deutschland zusammen. Diese hilft Menschen, die mit dem Rechtsextremismus brechen und sich ein neues Leben aufbauen wollen. Zugleich setzen sie sich mit der Vorstellungswelt und dem Verhalten von Rechtsextremisten auseinander. Dabei stützen sie sich auf die Werte von persönlicher Freiheit und Würde.

Erleben Sie die faszinierende Kombination aus Dokumentarfilm und Animationsfeature ab 9. Mai im Kino.
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